Eine Arztpraxis im Kniepenkrug?
Die 20-Dörfer-Post hat sich dazu mit Hanno Himmel unterhalten und das Gespräch zusammengefasst.
Den Kniepenkrug zu einem Ort für die Menschen unserer Gemeinde zu entwickeln, zu einem Ort der Begegnung und des Gemeinwohls, in diese Idee hat die Eigentümergemeinschaft seit 2021 viel Energie und Zeit investiert. Neben dem Laden im Kniepenkrug und den regelmäßigen Angeboten für Kinderkunst haben diverse Veranstaltungen und vorübergehende Angebote stattgefunden.
Für Hanno Himmel bestand von Anfang an der Gedanke, an diesem Ort eine Praxis für Allgemeinmedizin und ergänzende Angebote entstehen zu lassen. „Der Ort ist aufgrund seiner Lage für viele Menschen gut erreichbar und hat eine besondere Ausstrahlung.“
Aus den Erfahrungen des Praxisbetriebes in Clenze und Bergen beschäftigt Hanno Himmel und seinen Kollegen Dr. Simon Schloon die zukünftige Gesundheitsversorgung in unserer Region. Wie kann die medizinische Versorgung verbessert und stabilisiert werden? Und wie kann für die Mitarbeitenden ein attraktiver Arbeitsplatz gestaltet werden?
Ärztliche Versorgung der nächsten Jahre – eine Herausforderung
In den nächsten Jahren werden viele der praktizierenden Ärzt:innen im Wendland in den Ruhestand gehen. Die jüngeren Generationen sind sehr motiviert, wollen aber meist lieber in Anstellung arbeiten und stattdessen mehr Raum für Familie oder Ehrenamt einplanen. Gleichzeitig haben Teamarbeit und die Rahmenbedingungen eine sehr hohe Priorität. „Wenn wir dazu beitragen wollen, dass junge Ärzt:innen und medizinisches Fachpersonal in ausreichender Zahl auf’s Land ziehen, müssen wir diese Aspekte berücksichtigen“, so Hanno Himmel. Für eine zeitgemäße Antwort auf die Herausforderungen brauche es passende Räumlichkeiten. „Wir freuen uns daher sehr über die positiven Signale aus der Gemeinde, ein Gebäude am Kniepenkrug als Grundlage für eine gute Gesundheitsversorgung vor Ort zu schaffen. Die Gemeinde hat einen Förderantrag für den Umbau gestellt und wir sind zuversichtlich, dass bald alle erforderlichen Voraussetzungen für den Umbau zur Praxis vorliegen.“ Eine Baugenehmigung sei bereits erteilt worden.
Die Gemeinde muss die Nutzung der geplanten Arztpraxis öffentlich
ausschreiben. Sollten sich noch andere Ärzt:innen für die Nutzung
der Räumlichkeiten bei der Gemeinde melden, wäre ja schon ein guter
Impuls gesetzt. Hanno Himmel hoffe aber sehr, dass Dr. Simon Schloon
und er die Räumlichkeiten bald als Ergänzung zu ihrem aktuellen
Angebot beziehen können. Es freut Hanno Himmel aus diesem Grunde um
so mehr, dass sich zunehmend mehr Absolvierende medizinischer Berufe
von ihrer Gemeinschaftspraxis angesprochen fühlten und zwecks
Praktikum und/oder Mitarbeit anfragten. Inzwischen seien weitere vier
Ärzt:innen in Anstellung tätig und verstärkten das Team. Die
Arbeit im Team biete allen Mitarbeitenden inhaltlichen, fachlichen
und zwischenmenschlichen Austausch, um zu lernen und sich
weiterzuentwickeln. Es wäre schön für uns alle, wenn Ärzt:innen,
Therapeut:innen und andere Fachkräfte auch in zehn Jahren noch hier
sind und weiterhin kommen wollen. „Orte der Begegnung und des
Gemeinwohls, Orte die lebendig halten, sind nicht zu unterschätzende
Voraussetzungen für Gesundheit und Genesung“, meint Hanno Himmel.